Verein & Ziele

Der Verein & seine Entstehung

SUPERTRAMPS ist ein Sozialprojekt, das in Wien Stadtführungen organisiert, die von obdachlosen & ehemals obdachlosen Menschen geführt werden. Träger des Unternehmens ist der gemeinnützige Verein „SUPERTRAMPS – Verein zur Unterstützung von obdachlosen und ausgegrenzten Menschen“. Er wurde 2015 von Katharina Turnauer gegründet. Sie hat mit ihrer Privatstiftung schon in Prag Stadtführungen von Obdachlosen (Pragulic) mit Know-how, Kontakten und auch finanziell begleitet und mit aufgebaut. Daher bringt sie diese großartige Idee – die es ja auch schon in anderen Städten, wie London, Berlin, Hamburg, BarcelonaZürich, und Kopenhagen gibt – nach Wien.

Anfangs wurde die Regisseurin Valerie Kattenfeld mit der Entwicklung der Touren sowie Auswahl und Betreuung der Guides betraut. Seit Oktober 2016 ist Teresa Bodner für das gesamte Projektmanagement verantwortlich. Ihr Background ist im Non-profit Management sowie in der Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Projekten und Kampagnen im öffentlichen Raum.

Derzeit arbeiten wir mit 5 SUPERTRAMPS-Guides, und wir sind laufend auf der Suche nach neuen Guides, die wir gerne ausbilden möchten. Außerdem zählen zur SUPERTRAMPS Community weitere Obdachlose und auch Freiwillige, die zwar keine Touren anbieten, aber dennoch an unseren Aktivitäten teilnehmen und so in Beziehungen und positive Bindungen eingebunden und unterstützt werden.

Unsere Zielgruppe ist heterogen: Wiener*innen, Touristen und Schüler*innen ab 14 Jahren. Also all jene, die Wien aus einem neuen Blickwinkel abseits der Trampelpfade entdecken und erleben möchten. Termine und Preise für Gruppen können individuell vereinbart werden. Auch Unternehmen haben die Möglichkeit, für ihre Mitarbeiter*innen eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Tour zu buchen.

Wir freuen uns auf Anfragen von Interessent*innen sowie Vermittlungen!

 

Die Ziele & Anliegen des Vereins

 

{c} Johannes GressPrimäres Anliegen: Empowerment  der Guides

Wir möchten unsere Guides nicht über ihren Mangel definiert wissen, sondern stellen ihre Qualitäten, ihre Persönlichkeiten und ihr erstaunliches Wissen in den Vordergrund. Deshalb sind sie Supertramps. Supertramps kennen die geheimen Ecken der Stadt und haben sich verblüffende Überlebensstrategien ausgedacht. Wir begreifen uns als Organisation, die Rahmenbedingungen schafft, in denen obdachlose Menschen ihr Potential entfalten können. Dabei pflegen wir eine co-kreative Herangehensweise, d.h. wir arbeiten gemeinsam mit den Guides an der Entwicklung und Weiterentwicklung der Touren. Alle Guides erhalten für ihre Touren ein Honorar. Bei einem wöchentlichen Jour Fixe tauschen wir uns aus, besprechen Aktivitäten, Veranstaltungen sowie Medienanfragen, und unterstützen uns gegenseitig in der Entwicklung der Touren. In der Gruppe feiern wir auch Geburtstage sowie sonstige Hochfeste. Einmal jährlich ermöglichen wir unseren Guides ein paar Tage gemeinsame Auszeit von Wien. Der Kontakt untereinander, aber auch mit den Tourteilnehmenden, ist äußerst wertvoll. Es entstehen Netzwerke und vielleicht auch berufliche oder freundschaftliche Verbindungen. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Wieder-Annäherung an fixe Strukturen geschehen fast nebenbei.

 

 

(c) Christian MüllerSekundäres Ziel: Bewusstseinsbildung

Dass es tatsächlich jeden treffen kann, ist den wenigsten Menschen bewusst. Oft reichen eine Scheidung, ein Todesfall oder eine Krankheit. Außerdem kennen viele Menschen nicht die vielschichtigen Facetten und Gesichter der Obdachlosigkeit, sondern verknüpfen Obdachlosigkeit hauptsächlich mit dem alkoholkranken, ungepflegten Mann. Mit unseren Touren möchten wir Erfahrungen und Wissen zum Thema Obdachlosigkeit auf eine alternative Art vermitteln.

Durch das gemeinsame Erforschen des öffentlichen Raumes in einer kleinen Gruppe entstehen ein Miteinander, eine Vertrauensbasis und eine Austauschmöglichkeit. Die Teilnehmenden verharren nicht in der üblichen passiven Rolle, sondern werden im Zuge der Tour auch nach ihren Meinungen und Erfahrungen gefragt und zu kleinen Handlungsaufgaben eingeladen. Die Gespräche, die währenddessen auf ganz natürliche Art entstehen, schaffen Verständnis und helfen, Vorurteile abzubauen.